Einsatz Slowenien, Bericht von Onur, November 2015

Wir machten uns auf den Weg nach Slowenien. Vor Ort wurde direkt ein „Zug“ Flüchtlinge ins Camp geleitet. Mit grossem Glück hatten wir Zutritt ins Nomansland und versuchten dort zu helfen, wo wir konnten.

Noch jetzt, wieder zu Hause angekommen, fehlen uns die Worte. Wie sollen wir den Menschen hier näherbringen, was wir dort sahen? Menschen werden wie Dreck behandelt. Keiner weiss, was mit ihnen geschehen wird, die Angst ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Niemand wagt etwas zu sagen, aus Angst, dass es gegen ihn verwendet werden könnte. Die Menschen müssen in Eiseskälte am Boden schlafen, sitzen, warten und das stundenlang. Ihnen werden warme Kleider und Schuhe verweigert, obwohl die Lager voll sind, einfach weil nach Vorschriften die Ausgabestelle geschlossen ist. Den Eltern wird die Versorgung ihrer Kinder nahezu unmöglich gemacht oder stundenlang hinaus gezögert. Es sind noch etliche schreckliche Ereignisse, die in unseren Köpfen herumschwirren.

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