Einsatz Idomeni, Bericht von Alexandra, März 2016

Seit über einer Woche bin ich nun wieder in Idomeni, an der griechisch mazedonischen Grenze, um mit aiddeliverymission.org Menschen auf der Flucht zu unterstützen. Ich war bereits im Januar hier für 4 Wochen. Wir sind hierhergekommen mit der Idee 4000 Essen zu kochen, kochen aber mittlerweile 8000 Mahlzeiten pro Tag – das einzige warme Essen, dass die Menschen kriegen. Alleine im Camp in Idomeni hat es im Moment über 14‘000 Menschen. Das Camp ist eigentlich für 2000 Menschen ausge- richtet. Über die Hälfte der Mensch sind Kinder und Frauen. Sie leben im besten Fall in Zelten, im schlimmsten Fall draussen und das bei 5 Grad in der Nacht! Letzte Nacht hat es in Strömen geregnet und nun ist alles auch noch nass. Es fehlt an allem, Essen, Zelte, Schlafsäcke und Kleider. Die hygienische Situation ist katastrophal und führt zu Durchfallerkrankungen und Krätze.

Wir sind mit unserem Projekt irgendwo mittendrin und versuchen zu machen was wir können. Wir kochen 8000 Mahlzeiten die wir an 3 Orten verteilen, es gibt ein 24/7 Tee und Infozelt und wir verteilen Informationen und Kleider/Zelte und daneben versuchen wir auch noch politisch zu agieren. Siehe auch dieser WOZ Artikel.

Ich schwanke oft zwischen kaum auszuhalten vor Wut über die Politik und Ngos die kaum was tun und zu wissen dass jede kleine Tat doch etwas hilft. Diese Menschen sind in Europa gestrandet und fliehen vor Krieg, Armut und Perspektivenlosigkeit und nun müssen sie all dies wieder erleben, weil wir unsere Grenzen nicht öffnen wollen!

Einsatz Idomeni