Transport Berlin mit „Kinder auf der Flucht“, Januar 2016

Befüllen eines Transports mit unserer sortierten Spendenware nach Berlin Lichtenberg für Maria Cave, Kinder auf der Flucht.

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Transport nach Mazedonien auffüllen von „h-elfen“, Januar 2016

Wir durften drei Paletten voll mit gespendeten Kleidern abholen. Am nächsten Tag schon wurden sie zusammen mit 70 weiteren Kisten wieder verladen und gingen an die h-elfen, welche ihren nächsten Transport für Mazedonien vorbereiteten.

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Transport Syrien mit „SyriAid“, Januar 2016

Am 30. Januar 2016 haben wir SyriAid geholfen ihren LKW nach Türkei-Syrien zu beladen. Wir stellten ihnen 220 vorsortierte Kisten mit Kleider und Decken zur Verfügung.

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Transport mit „Ceriba“ nach Lesbos, Griechenland, Januar 2016

Am 27. Januar 2016 ist ein weiterer LKW beladen worden und hat sich auf den Weg nach Lesbos gemacht. An die 1000 vorsortierte Kisten mit Kleidern, Decken, Mützen und alles was nötig ist, plus Rollstühle, Küchenutensilien und Notfallutensilien.

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Transport von Sachspenden nach Berlin in eine Notunterkunft, Dezember 2015

120 Kartons mit Kleidung für Babys, Kinder und Erwachsene sowie Hygienematerial wurden nach Berlin gefahren (Zusammenarbeit mit Mohabit Hilft / Kinder auf der Flucht).

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Einsatz Slowenien, Bericht von Onur, November 2015

Wir machten uns auf den Weg nach Slowenien. Vor Ort wurde direkt ein „Zug“ Flüchtlinge ins Camp geleitet. Mit grossem Glück hatten wir Zutritt ins Nomansland und versuchten dort zu helfen, wo wir konnten.

Noch jetzt, wieder zu Hause angekommen, fehlen uns die Worte. Wie sollen wir den Menschen hier näherbringen, was wir dort sahen? Menschen werden wie Dreck behandelt. Keiner weiss, was mit ihnen geschehen wird, die Angst ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Niemand wagt etwas zu sagen, aus Angst, dass es gegen ihn verwendet werden könnte. Die Menschen müssen in Eiseskälte am Boden schlafen, sitzen, warten und das stundenlang. Ihnen werden warme Kleider und Schuhe verweigert, obwohl die Lager voll sind, einfach weil nach Vorschriften die Ausgabestelle geschlossen ist. Den Eltern wird die Versorgung ihrer Kinder nahezu unmöglich gemacht oder stundenlang hinaus gezögert. Es sind noch etliche schreckliche Ereignisse, die in unseren Köpfen herumschwirren.

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Ein Tag im Team Samos, Bericht von Franz, November 2016

Die Nacht war wieder einmal relativ kalt im ungeheizten Zimmer des Volunteers House im Stadtzentrum von Samos. Dank meinem Schlafsack und einer zusätzlichen Decke war es doch einigermassen kuschelig und die warme Dusche bringt mich sofort auf Betriebstemperatur. Die Handwäsche vom Vorabend hängt noch auf der Loggia, ist aber noch nicht trocken – und auch die Schuhe noch nicht ganz. Also rein in einen neuen Wäschesatz und die Ersatzschuhe. Fünf Minuten später bin ich schon unten an der Strandpromenade. Ein herrlicher Morgen nach dem gestrigen Regen, nicht allzu kalt und für einmal ohne Wind. Ich geniesse den Blick über die Bucht von Samos und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen in meinem Rücken. Ich mag die frühen Morgenstunden und schlendere gemütlich der Promenade entlang zum Station Café. Bei einem Morgenkaffe und etwas Patisserie tausche ich die letzten Neuigkeiten mit Melbo, der Besitzerin, aus. Sie ist schon online und gibt mir die Wetteraussichten durch. Ich checke kurz meine Mails und etwa eine halbe Stunde später gesellt sich auch mein Zimmerkollege Manuel dazu. Die übrigen Gruppenmitglieder übernachten meist in einem der Vans, die wir vor unserer Küche stationiert haben, oder in unserem Materiallager gleich nebenan. Um neun Uhr erscheint dann auch schon Kathrin mit dem Van für den Einkauf beim Gemüsehändler gleich neben dem Café. Kartoffeln und Zwiebeln kaufen wir – je nach Verfügbarkeit – meist für zwei Tage, das übrige jeweils frisch. Pro Tag brauchen wir ca. 50 kg Kartoffeln, 20-30 kg Zwiebeln, ca. 25 Knollen Knoblauch und 30-40kg Karotten. Dazu kommen je nach Zusammensetzung der Suppe und Angebot des Gemüsehändlers Süsskartoffeln, Lauch, Tomaten, Auberginen oder Zucchetti. Wir haben auch immer einen Vorrat an Reis, Linsen und Kichererbsen. Wir variieren jeden Tag die Geschmacksrichtung von italienischer Minestrone über schweizerische Kohl, Lauch oder Erbsensuppe zu eher orientalischer Curry-, Dahl-, reis- oder Chick Pea Soup. Heute bin ich Suppenchef, und wähle als Grundlage Kartoffeln verstärkt mit Süsskartoffeln, Karotten Kichererbsen und etwas Lauch. Wir laden alles in den Van und fahren in unsre Küche. Sie steht im Vorgarten eines Wohnhauses im Umbau, Die Besitzerin wohnt während der Zeit des Innen- ausbaus in ihrer Hauptwohnung in Athen und hat uns den eingezäunten Vorgarten zur Verfügung gestellt – samt Wasseranschluss. Die Küche steht nun schon seit gut 2 Monaten dort. Wir haben sie überdeckt – zum Teil mit Hilfe von Refugees – und ist mittlerweile mit 4 grossen Gaskochern, 4 Töpfen zwischen 40 und 120l Inhalt und einer selbst gezimmerten Spüle, Arbeitstischen, Bänken und Ablagen eingerichtet.

Beim Eintreffen mit der neuen Gemüseladung sind die übrigen Mitglieder schon mit Schälen und Schneiden der Zwiebeln beschäftigt. Der Suppenchef stellt die für die erste „Ladung“ benötigten Mengen zum Waschen, Rüsten und Schneiden bereit. Wir kochen aus praktischen Gründen in zwei Umgängen. Eine erste „Ladung“ in 3 mittelgrossen Töpfen gegen Mittag, und sobald diese bereit ist, schütten wir sie in den riesigen 120l-Topf um und bereiten dann noch einmal 3-4 Töpfe für die zweite Ladung vor.

Bei ihrer Ankunft werden die Flüchtlinge in zwei Camps eingeteilt: Direkt am Hafen bleiben die Syrer (manchmal auch Afghanen), alle anderen (Maghrebiner, Afghanen, Afrikaner usw.) müssen ins „obere“ Camp am Hang auf der anderen Seite der Bucht. Wir kochen vor allem für das „obere“ Camp, da dort nur ein Mittagsmahl ausgegeben wird.

Bei unserer Arbeit bleibt auch immer wieder Zeit für Gespräche, Besuche von anderen Volunteers oder von Refugees, die uns beim Zubereiten helfen möchten. Nach dem Mittag kommt meist auch jemand von den Médecins vorbei und liefert uns die Zahlen der von ihnen abgegebenen Mittagsmahlzeiten, damit wir einen Anhaltspunkt haben für die benötigte Abendmahlzeit. Wir gehen auch immer wieder bei den britischen Volunteers im Camp am Hafen vorbei, die die Neuankömmlinge betreuten und einkleidet und der Gruppe einheimischer Frauen, die Mahlzeiten kocht, um genauere Zahlen für die Mahlzeiten zu eruieren. In flaueren Tagen kommen vielleicht pro Tag „nur“ 150-250 neue Flüchtlinge an, an Spitzentagen 500-800. Dann wird es für die Volunteers am Hafen hektisch und sie sind dankbar, dass wir immer wieder eine Zusatzmenge einrechnen, die wir am Abend dann auch im Hafencamp ausgeben.

So gegen 16.00 Uhr ist die Suppe gekocht und es geht ans Aufräumen, Abwaschen und Putzen und Besprechen der Suppen- ausgabe. Wir verteilen die Chargen, denn alles muss gut geplant und organisiert werden, damit eine geordnete Ausgabe ohne Massenauflauf und in einer lockeren, entspannten Atmosphäre möglich. Kurz vor 18.00 brechen wir auf zur Hauptaufgabe unseres Tages.

Kurz vor 18.00 beladen wir den Transporter für die Essensausgabe im „oberen“ Camp. Die zwei grossen Suppentöpfe werden abgedeckt und versiegelt und auf die Hebebühne des Transporters getragen und verladen; ebenso zwei Tische und die einbetonierten Absperrblöcke zur Markierung der Warteschlangen. Andere Gruppenmitglieder bereiten das Ausgabematerial vor. Aus rein praktischen und Effizienz- gründen sind wir gezwungen, thermo-isolierte Styroporbecher und Plastiklöffel zu verwenden. Etwa 350 Becher werden aus den 50er Rollen ausgepackt und lose in eine mit Plastikfolie ausgelegte und desinfizierte Harasse gelegt. Bei all diesen Tätigkeiten – wie auch schon beim Rüsten, Waschen, Schneiden und Kochen – legen wir grossen Wert auf Hygiene: die Tische, Schneidbretter, Messer, Töpfe und Kellen werden immer vor Gebrauch desinfiziert, und auch wir selbst arbeiten immer mit desinfizierten Händen und/oder Plastikhandschuhen. Das Desinfektionsmittel, eine Schachtel Handschuhe, Haushaltpapier und weitere verpackte Becher als Reserve werden ebenfalls verladen. Eine weitere Gruppe steckt eine gleiche Anzahl „Abschlusseinheiten“ zusammen: eine Scheibe Brot wird auf einen Löffelstiel gesteckt und in eine ebenfalls desinfizieret Plastikkiste gelegt. Der Löffel mit der am Stiel steckenden Brotscheibe wird dann bei der Abgabe sozusagen als Deckel in den Becher gesteckt. Dazu verwenden wir aus praktischen Gründen Toastbrot – weil es schon geschnitten und auch länger haltbar ist als frisches Brot. Wir kaufen zwei- bis dreimal pro Woche riesige Mengen (etwa 1200-1500 Toastscheiben) im Cash und Carry oder bei einem Discounter. Auch hier nehmen wir natürlich einige Kartons noch verpackter Brote als Reserve mit.

Ich bin heute wieder einmal „Driver“ und „Cupholder“. Die beiden „Cops“ und „Crowd-Controller“ besteigen mit mir Führerkabine, zwei „Cupfiller, zwei „Relayers“, noch ein „Cupholder“ und je nach Grösse der Gruppe ein bis zwei „Freewheeeler“ fahren im Laderaum mit. Die Fahrt über die kurvige Strasse den Hang auf der Nordostseite der Bucht hoch dauert etwa 15 Minuten. Bei der letzten Steigung mit Haarnadelkurve im ersten Gang und der folgenden, noch engeren Kurve in der Gegenrichtung um auf die Schotterstrasse abzubiegen habe noch etwas gutzumachen von der letzten Woche, wo ich sie in der Dunkelheit eine Spur zu eng nahm und mit dem inneren Hinterrad über einen kleinen Absatz fuhr. Diesmal nehme ich sie besonders vorsichtig und hole soweit aus wie möglich, damit nicht wieder die Suppe überschwappt. Geschafft.

Etwa 200m vor dem Camp halte ich rechts an und stelle den Motor ab. Die beiden „Cops/Crowd Con- troller“ steigen und melden uns bei der im Camp stationierten Polizei an. Dann überprüfen Sie rasch, ob der Transporter wie üblich aufgestellt werden kann und beginnen sofort mit dem Organisieren der Schlange. Ich kriege von einem der beiden ein Signal mit der Taschenlampe und fahre auf den Vorplatz, wo ich den Van nach ihren Angaben einparke. Jetzt muss alles schnell gehen, damit die Leute nicht un- geduldig werden und die Crowd Controller ruhig aber bestimmt die beiden Warteschlangen formieren können – eine für die Frauen und Kinder, eine für die Männer. Wir laden sofort die Absperrblöcke, die Tische und die Kiste mit den vorbereiteten „Brotdeckel“ und die Reservebrote aus. und ziehen unsere Handschuhe an. Der „Freewheeler“ stellt unsere Musikanlage auf, und kaum fünf Minuten nach dem Einparken sind wir bereit für die Essensausgabe. Wir hatten lange an unserem System getüftelt und es ständig verbessert, so dass es jetzt von den Refugees im Grundsatz akzeptiert und befolgt wird – mit Ausnahmen natürlich; deshalb bleiben die „Crowd Controller“ während der ganzen Essensausgabe fix auf ihrem Posten und schauen zum Rechten. Die Suppentöpfe und die Becher bleiben im Inneren des Transporters. Nun gibt es zwei Ausgabeketten vom Topf zu den Refugees: für jede Kette füllt ein „Cupfiller“ die Becher und reicht sie durch die offene Ladefläche dem „Relayer“, dieser setzt den Löffel mit der Brotscheibe darauf und reicht den Becher dem „Cupholder“ weiter, der ihn dann an die Wartenden aushändigt. Der „Freewheeler“ springt überall dort ein, wo etwas zu ergänzen ist; sorgt für Bechernachschub bei den Cupfillers, steckt neue Löffeldeckel“ für die Relayers oder händigt, wenn gewünscht, den schon Bedienten eine zusätzliche Scheibe Brot aus. Ich bin heute „Cupholder“ für die Frauen/Kinder; da diese Schlange viel kürzer ist, hat mein „Relayer“ die Aufgabe, mir nur jeden zweiten Becher zu übergeben, den anderen übergibt er dem Cupholder der Männerschlange, damit diese schneller vorwärts kommt. Wir kommen langsam in den Flow, die Atmosphäre ist locker und gelöst, die Refugees und auch wir bewegen uns im Takt der Musik oder tanzen. Es reicht auch immer wieder für ein kurzes Wort oder einen Gruss. Obschon alles zügig vor sich geht, kriegen wir immer wieder ein Lächeln oder ein „Thank you“. Ich bemühe ich mich, mit jeder/jedem, den ich bediene Blickkontakt aufzunehmen und antworte mit „you’re welcome“ oder „de nada“ oder dem Daumen hoch. Viele der Refugees stammen aus dem Maghreb oder dem Congo, Mali, Sierra Leone usw., da zaubert natürlich ein „de rien“ oder ein „y a pas de quoi, madame“ oder ein „hakuna matata“ ein extra Lächeln ins Gesicht. Für die Kinder haben wir auch meist einen Schokoriegel dabei, den sie mit strahlenden Augen entgegennehmen.

Nach etwa einer halben Stunde haben wir rund 500 Mahlzeiten ausgegeben und die Schlangen haben sich aufgelöst. Da wir heute im unteren Camp erst gegen etwa 21.00 Uhr erwartet werden, haben wir es nicht eilig. Wir laden alles ein, hängen aber noch eine Weile mit den Refugees rum, lachen und schwatzen, tanzen mit und posieren natürlich endlos mit ihnen für ihre Selfies . Eine Gruppe Kinder bleibt uns auf den Fersen, wir fragen nach ihren Namen und ihrer Herkunft. Sie amüsieren sich köstlich ab unseren Versuchen, ihre Namen nachzusprechen. Nach einigen Versuchen klappt es dann doch einigermassen.

Einige neue aus unserer Crew haben das Camp noch nicht von innen gesehen. Wir gehen also hinein und werden mit Winken und Zurufen begrüsst. Trotz des abschreckenden Eindrucks von aussen (Stacheldrahtumzäunung!) sieht es recht wohn-
lich aus mit gemauerten Wohneinheiten, Licht, Aussenbereichen, mit Wäscheleinen, Treffpunkten usw. Eine Gruppe Afrikaner sitzt bei Musik in einem Kreis und einer nach dem anderen betritt den Kreis und gibt seine Tanzküste zum Besten. Winken und lautes Hallo, als wir uns nähern. Natürlich sind nun auch wir eines nach dem andern dran und werden begeistert applaudiert. Schliesslich gebe auch ich mir einen Ruck und lege mit einem „African Shuffle Dance Made in Switzerland“ los. Grosses Hallo, Jubel, Lachen und weit geöffnete Augen – so was sind sie sich von einem white guy (and an oldie, at that) nicht gewohnt.

Bald wird es Zeit für das untere Camp. Beim Transporter sehn wir noch einmal „unsere“ Kinder. Plötzlich löst sich eines der Mädchen, bedankt sich noch einmal mit einem Händedruck, zieht mich herunter und gibt mir einen Kuss auf die Wange. Ihr Bruder lässt sich nicht lumpen und ich kriege auch von ihm einen Kuss. Meiner Kollegin daneben geschieht dasselbe. Wir sind ganz gerührt und stammeln irgendetwas zum Abschied. Solche Momente sind etwas vom Berührendsten und bringen einen ins Grübeln. Warum müssen Kinder – und überhaupt Menschen – so etwas durchmachen wie diese Kinder? Warum können sie dort, wo sie herkommen, nicht einfach in Frieden, Geborgenheit und Sicherheit leben wie wir?

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Einsatz in Spielfeld, Österreich und Slowenien, November 2015

Die Gruppe machte zuerst Halt in Spielfeld. Dort unterstützte sie einige Tage aktiv die TWO Küche, die täglich mehrere tausend Mahlzeiten ausgibt.

Leider gab es sehr viele Vorschriften zu erfüllen, was spontane, persönliche Hilfe schwierig machte. Deshalb entschied sich das Team, weiter nach Slowenien zu fahren, wo sie die Flüchtlinge mit diversen Gütern versorgten, sie telefonieren liessen, mit ihnen redeten, Menschlichkeit zeigten.

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